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News & Aktuelle Nachrichten aus Zeitungen,

Magazinen und Portalen
über "Zehn Jahre Menschensinfonieorchester"
findet sie hier: 

 

28.06.2011

"Würde und Heimat wiedergegeben"
Menschensinfonieorchester feierte sein zehnjähriges Bestehen

Kölnische Rundschau, Di. 28. Juni 2011, Nummer 147
Von Hans Peter Brodüffel
(Foto: Meinseberg)

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24.06.2011
Zehn Jahre Menschensinfonieorchester in Köln – WDR Nachrichten

Seit zehn Jahren probt in der Kölner Südstadt ein ungewöhnliches Orchester: Das 17-köpfige Ensemble des Menschensinfonieorchesters...

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24.06.2011
Deubner-Stiftung setzt sich für das Menschensinfonieorchester ein.

Das Menschensinfonieorchester, eine einmalige Vereinigung obdachloser und nicht-obdachloser Musiker, stand vor dem Aus. Ein solches Projekt musste gerettet werden. Deshalb setzte sich die Deubner-Stiftung für eine effektive Unterstützung ein.
Mit einer Spende Kölner Bürgerinnen und Bürger in der Höhe von 12.000 EUR, initiiert von der Deubner-Stiftung, ist der Fortbestand des Menschensinfonieorchesters, der einzigartigen Vereinigung obdachloser und nicht-obdachloser Musiker, gesichert. Die Stiftung beteiligt sich daran mit einem namhaften Betrag.

MenschenSinfonieOrchester - Jubiläumskonzert 24. Juni 2011, 19.30 Uhr im Rautenstrauch-Joest-Museum

http://www.deubner-preis.info 
 

24.06.2011
10 Jahre MenschenSinfonieOrchester
MSO feiert mit Gästen und spielt Jazz, Folk und Weltmusik

Das MenschenSinfonieOrchester wird zehn Jahre alt und gibt ein Jubiläumskonzert mit Special Guests am Freitag, 24. Juni, ab 19.30 Uhr im Rautenstrauch-Joest-Museum. Zu hören sind Jazz, Folk und Weltmusik.
16 Musiker und Musikerinnen singen seit zehn Jahren eigene Texten und spielen Perkussion, Teekisten-Bass, Klavier und Blasinstrumente. Die Idee zur Gründung des MSO hatte der italienische Berufsmusiker Alessandro Palmitessa im Jahr 1999: Für "obdachlose" und "nicht obdachlose" MusikerInnen sollten die Rahmenbedingungen geschaffen werden, professionell zu musizieren. Zusammen mit Pfarrer Hans Mörtter von der Lutherkirche in der Kölner Südstadt wurde diese Idee weiter entwickelt. Anfang 2001 gründeten Alessandro Palmitessa und Hans Mörtter offiziell das MenschenSinfonieOrchester. Mittlerweile hat das "MSO" seine zweite CD herausgebracht: "Balla con me" - Tanz mit mir". Es wurde unter vielen hundert Bewerbern ausgesucht und durfte 2007 mit insgesamt sechs Konzerten an der künstlerischen Gestaltung des 31. Deutschen Evangelischen Kirchentages in Köln mitwirken. Für die dritte CD sind schon alle Stücke bereit. Es werden aber noch Sponsoren gesucht. Die Veranstalter bitten um Anmeldung unter suedstadt.leben@koeln.de.

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24.06.2011
Gute Musik als Integrationshilfe
MEDIATHEK - WDR.de

Vor zehn Jahren gründete der italienische Jazz-Musiker Alessandro Palmitessa mit Obdachlosen und Berufsmusikern in Köln das Menschen-Symphonie-Orchester. Palmitessa setzte auf gute Musik. Vielleicht einer der Gründe, waurm das soziale Projekt nun sein Jubiläum feiern kann.

Ein Beitrag von Marcela Drumm, 24.06.2011 
 

24.06.2011
"Zehn Jahre Menschensinfonieorchester"

Köln (epd). Das Kölner Menschensinfonieorchester (MSO) mit obdachlosen Musikern blickt auf sein zehnjähriges Bestehen zurück. Bei der Gründung des Ensembles aus Menschen mit Obdachlosen- und Drogenerfahrung sowie bürgerlich lebenden Musikern habe damals niemand für möglich gehalten, "dass diese Kombination unterschiedlicher Lebensweisen funktioniert", sagte der evangelische Pfarrer Hans Mörtter dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitagsausgabe). Das sei ein Querschnitt, der sich sonst selten begegne und für den die Gesellschaft nur wenig Raum biete, sagte Mörtter, der das Ensemble zusammen mit dem Musiker Alessandro Palmitessa ins Leben rief. Es gebe immer wieder ein Auf und Ab im Orchester. "Krisen einzelner Mitglieder wirken sich natürlich auf die gesamte Gruppe aus." Aber die Musik verbinde die Menschen über alle Grenzen hinweg, niemand werde aufgegeben, "alle haben sich gegenseitig im Blick".
Das MSO spiele "Weltmusik, die in keine Schublade passt und von internationalen Einflüssen lebt", erläuterte Mörtter. Es gebe iranische und afrikanische Elemente und individuelle Erfahrungen, die in die selbst geschriebenen Stücke mit einfließen. Für die Produktion der mittlerweile dritten CD mit eigenen Stücken werde noch ein Sponsor gesucht, sagte der Pfarrer an der Lutherkirche in der Südstadt. Das Menschensinfonieorchester hat bereits zwei CDs veröffentlicht. Auf der ersten sind Helmut Zerlett und Markus Stockhausen als Gastmusiker zu hören, die zweite erschien unter dem Titel "Balla con me - Tanz mit mir".
Das Menschensinfonieorchester wollte am Freitagabend im völkerkundlichen Rautenstrauch-Joest-Museum mit einem Jubiläumskonzert sein zehnjähriges Bestehen feiern. Das bundesweit in der Form wohl einmalige Orchester probt regelmäßig und unter professionellen Bedingungen. Es ist an den kulturellen Förderverein Südstadt-Leben der evangelischen Lutherkirche angebunden. Das MSO ist häufig auf Live-Konzerten zu hören und wirkte unter anderem mit sechs Konzerten an der musikalischen Gestaltung des 31. evangelischen Kirchentages in Köln 2007 mit.
epd-West fri spi

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24.06.2011
SCALA -Sendung vom 24.06.2011, 12:05 bis 13:00 Uhr
"Alles Individualisten hier"
Zehn Jahre MenschenSinfonieOrchester

Es ist wohl eines der ungewöhnlichsten Symphonieorchester Deutschlands. Als der italienische Jazz-Musiker Alessandro Palmitessa vor 10 Jahren in Köln das Menschen-Symphonie-Orchester gründete, zusammen mit Obdachlosen und Berufsmusikern, hätte kaum jemand geglaubt, dass das Ganze mehr als ein engagierter Sozialhilfe-Versuch sein würde. Alessandro Palmitessa hat aber im Gegenteil auch an gute Musik gedacht. Ein Grund, warum sein Projekt im Gegensatz zu vielen anderen Musik-Projekten immer noch besteht und erfolgreich ist. Einfach war es nicht immer und auch heute noch ist jede Probe eine Herausforderung. Doch als Jazz-Musiker ist Palmitessa ein Freund der Improvisation und als Kind einer süditalienischen Großfamilie, so der Orchesterleiter, sei er an lauthalse Debatten gewöhnt.

Autor/in: Marcela Drumm
Redaktion: Heidi Schöder

BEITRAG VON MARCELA DRUMM 
 

24.06.2011
WDR.DE
"Zehn Jahre Menschensinfonieorchester"

"Seit zehn Jahren probt in der Kölner Südstadt ein ungewöhnliches Orchester: Das 17-köpfige Ensemble des Menschensinfonieorchesters besteht aus Straßen- und Profimusikern sowie aus musikliebenden "Normalos" -"Die Proben finden in den Räumlichkeiten der Kölner Luther-Kirche statt. Pfarrer Hans Mörtter begleitet das Projekt von Beginn an. Ein Orchester, in dem auch Alkoholiker und Junkies spielen - "das kann nicht funktionieren", hatten ihm anfangs vor allem Sozialarbeiter prophezeit, erinnert er sich." "Die Idee zur Gründung des Menschensinfonieorchesters hatte der Profimusiker Alessandro Palmitessa. Vorbild war das "Orchestra di Piazza Vittorio" in Rom. Dort taten sich arbeitslose Musiker zu einem Ensemble zusammen..."

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22.06.11
Jubiläumskonzert in Museum

Zum zehnjährigen Bestehen gibt das Menschensinfonieorchester am Freitag, 24. Juni, um 19.30 Uhr ein Konzert im Rautenstrauch-Joest-Museum. Der Eintritt ist frei, aber der Platz begrenzt. Geleitet wird das Konzert von Alessandro Palmitessa, musikalischer Chef des Ensembles, das weit über Kölns Grenzen Bekanntheit und Anerkennung erlangt hat.

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22.06.11
Menschensinfonieorchester - "Jeder bringt Erfahrungen mit ein"

ksta.de, Köln

Pfarrer Hans Mörtter Seit zehn Jahren existiert das Menschensinfonieorchester; dort spielen Menschen mit Obdachlosen- und Drogenerfahrung zusammen mit ganz bürgerlich lebenden Musikern. Wir sprachen mit dem Südstadt-Pfarrer und Mitgründer Hans Mörtter.

Südstadtpfarrer Hans Mörtter
Hans Mörtter ist seit 1987 Pfarrer an der evangelischen Lutherkirche. 2001 gründete er zusammen mit dem Musiker Alessandro Palmitessa das Menschensinfonieorchester. (Bild: Worring)

Südstadt - Seit zehn Jahren existiert das Menschensinfonieorchester. Haben Sie mit solch einer Lebensdauer gerechnet?

Pfarrer Hans Mörtter: Das hat damals niemand für möglich gehalten, dass diese Kombination ganz unterschiedlicher Lebensweisen funktioniert. Im Orchester spielen Menschen mit Obdachlosen- und Drogenerfahrung zusammen mit ganz bürgerlich lebenden Musikern. Das ist ein Querschnitt, der sich sonst selten begegnet und für den die Gesellschaft nur wenig Raum bietet.

Welche Musik spielt das Orchester denn?

Mörtter: Es ist Weltmusik, die in keine Schublade passt und von internationalen Einflüssen lebt. Es gibt iranische Elemente, afrikanische, jeder bringt seine individuellen Erfahrungen in die selbst geschriebenen Stücke mit ein. Wir haben zum Beispiel einen genialen Gitarristen mit einer klassischen Musikerausbildung, der im Iran gefoltert wurde. Seine persönlichen Gefühle und Erfahrungen spiegeln sich selbstverständlich auch in der Musik wider.

Aber es gibt vermutlich Herausforderungen, die nicht nur musikalischer Art sind?

Mörtter: Klar, es gibt immer wieder ein Auf und Ab im Orchester. Krisen einzelner Mitglieder wirken sich natürlich auf die gesamte Gruppe aus. Das muss man dann angehen und in den Griff kriegen. Aber die Musik verbindet die Menschen über alle Grenzen hinweg, niemand wird aufgegeben, alle haben sich gegenseitig im Blick. Die Bewältigung solcher Krisen ist oft ein langer Weg, aber dass man ihn geht, gebietet die Achtung vor dem Potenzial des Einzelnen.

Wann gibt es etwas Neues vom Menschensinfonieorchester zu hören?

Mörtter: Wir haben die Lieder für eine dritte CD zusammen. Uns fehlt nur noch ein Sponsor für die Produktion.

Das Gespräch führte Matthias Pesch

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22.06.2011

La Menschensinfonieorchester Nata dieci anni fa da un'idea del jazzista pugliese Alessandro Palmitessa, la Menschensinfonieorchester è l'unica orchestra in Germania che unisce, non solo i popoli ma anche persone di diversa estrazione sociale. Diciotto musicisti, professionisti e non, s'incontrano nella sala della parrocchia della Martin-Luther Kirche nel quartiere Südstadt di Colonia per suonare insieme seguendo con attenzione le indicazioni del loro direttore d'orchestra. Ci sono il senzatetto e il percussionista marocchino, l'insegnante e lo studente. Il progetto è stato realizzato grazie alla tenacia di Alessandro Palmitessa e all'appoggio del pastore evangelico Hans Mörtter. La Menschensinfonieorchester ha all'attivo due produzioni discografiche, un terzo disco è in preparazione e tante sono le esibizioni dal vivo. Tiziana Caravante è andata alla prova generale in vista del grande concerto di venerdì 24 giugno al Rautenstrauch-Joest Museum di Colonia.

Ascolta il servizio di TIZIANA CARAVANTE
RADIO COLONIA
WDR FUNKHAUSEUROPA (In Italiano)

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Sommerblut"-Festivals

Konzert des Menschensinfonieorchesters


 "Die beste Stimmung jedoch brachte das MenschenSinfonieOrchester ins ausverkaufte Haus. Ihren undefinierbaren, doch locker-flotten Rhythmen, irgendwo zwischen Weltmusik und Kölschen Tön, konnte sich kaum ein Tanzmuskel langfristig entziehen."


Autor: Nadine Dannenberg / Bilder: Sommerblut-Kulturfestival(1) / Dominique Prokopy (2) / 24.06.2011 CAMPUS WEB
 

WDR 3 Resonanzen -Die Welt aus dem Blickwinkel der Kultur

Schräge Töne
Das Menschensinfonieorchester in Köln - Seit fast zehn Jahren wendet der hauptberufliche Jazz-Saxophonist Alessandro Palmitessa eine schier unerschöpflich scheinende Geduld auf, um das von ihm geleitete „Menschensinfonieorchester“ zusammen und am Spielen zu halten. Denn das inzwischen 18-köpfige Ensemble ist ein in vielerlei Hinsicht prekärer Klangkörper. Als Palmitessa 2001 in Köln das Orchester gründete, verfolgte er die Idee eines Obdachlosenorchesters, versammelte Straßenmusiker wie den Djembé spielenden Marokkaner Ghomeh, den damals Obdachlosen Erwin und den notorischen Wohnwagenbewohner Fritz, der eine ein passabler Gitarrist, der andere spielt einen selbstgebauten Kistenbass. Um ein wenig Struktur in den anfangs sehr schrägen Haufen zu bekommen, gewann er einen ausgebildeten Posaunisten und zwei Lehrerinnen für die Bläsersektion und brachte so Menschen durch die Musik zusammen, die normalerweise einander fremd bleiben. Ein Beitrag von Peter Meisenberg
http://www.wdr3.de/fileadmin/user_upload/Sendungen/Resonanzen/2010/Beitragsbilder/Dezember/KW_52/Menschen-Sinfonieorchester.jpg

Gastspiel im Kulturfinale des "Sommerblut"-Festivals
Köln
Das Menschensinfonieorchester gastiert am Samstag, 28. Mai, ab 20 Uhr im Kulturfinale des "Sommerblut"-Festivals im Alten Pfandhaus, Kartäuserwall 20. Der Eintritt kostet 15 Euro an der Abendkasse und 12 Euro im Vorverkauf. Der evangelische Südstadtpfarrer Hans Mörtter und der italienische Profimusiker Alessandro Palmitessa haben das Orchester 1997 ins Leben gerufen. Die Idee, die dahinter steckt, ist, die Musik als verbindendes Element zwischen Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten, mit oder ohne Wohnung, mit oder ohne Arbeit, zu nutzen.

LINK: http://evangelische-kirche-koeln.de/aktuell/meldung.php?id=28321

 

Das Menschensinfonieorchester - Ein Hilferuf

von Jens Rosskothen am Dienstag, 14.06.2011 MEINE SÜDSTADT
Zuerst war da nur eine Idee...
1999 kreiste diese Idee in Kopf und Herz des Profimusikers Alessandro Palmitessa: Die Gründung eines Orchesters für obdachlose und nicht obdachlose Menschen. Und so ist da auch bei mir nur eine Idee, als ich an einem dieser schweißtreibenden Julitage Alessandro Palmitessa in einem schattigen Cafe treffe. Mich selbst als Musiker bezeichnend, weiß ich vom Menschensinfonieorchester höchstens, daß es existiert. Und mir gefällt der Name. Ebenso wie der Name des musikalischen Leiters und Arrangeurs Alessandro Palmitessa. Das klingt in meinem rechten Ohr nach südeuropäischer Leichtigkeit und in meinem linken nach dramatischer Oper. Und zwischen diesen Ohren nimmt ein Gedanke Form an, je länger Alessandro Palmitessa von seiner Idee, deren Umsetzung und den momentanen existentiellen Problemen erzählt: Ich möchte dieses Orchester spielen hören!
Und so begebe ich mich an einem anderen heißen Julitag zum Sommerfest der südstädtischen Lutherkirche. Hier fand die Idee ihre Realisierung. Zusammen mit dem Pfarrer Hans Mörtter entwickelte Alessandro Palmitessa seinen Grundgedanken weiter, und die beiden gründeten Anfang 2001 offiziell das Menschensinfonieorchester. Und nun sitze ich an diesem Sonntag im Innenhof der Lutherkirche an einer Bierbank, umringt von kulinarischen Raffinessen, auf der Bühne die unterschiedlichsten Instrumente und ertappe mich, wie ich nach Mitgliedern des Orchesters Ausschau halte. Menschen, die aus dem sozialen Gefüge gestolpert sind, und die ich klischeehaft und mit distanziertem Blick meine, erkennen zu können. Und genau das ist es nicht.

Längst reduziert sich das Ensemble des Menschensinfonieorchesters nicht mehr nur auf Obdachlose und "Dach über dem Kopf"-Glückliche. Es geht um viel mehr. Das Orchester ist mittlerweile musikalischer Treffpunkt verschiedenster Menschen. Viele haben sicherlich den vermeintlich sozialen Boden unter den Füßen verloren, auf die ein oder andere Weise. Doch dieser soziale Boden kann sich auch auftun, wenn das Dach über dem Kopf noch da ist. Der Übergang zur sozial integrierten Normalität ist fließend. Und so war es Alessandro Palmitessa schon in unserem vorangegangenen Gespräch sehr daran gelegen, die persönlichen Schicksale der einzelnen Orchestermitglieder nicht zu vertiefen. Sicherlich verleihen diese Schicksale dem Orchester sein einzigartiges Gesicht. Obdachlose, Folteropfer, Asylsuchende, und von Krankheit oder Sucht ehemals oder immer noch Betroffene spielen zusammen mit von solch Schicksal scheinbar verschonten, "normalen" Menschen. Doch gerade diese Unterscheidung verleitet zu einem wohlig distanzierten Blick. Die Reduzierung auf Einzelschicksale verhindert ängstlich die Sicht auf das Wesentliche, schon im Namen des Orchesters Verankerte: Es sind Menschen, die hier Musik machen. Und, liebe Güte, wer bin ich, zu denken, davor gefeit zu sein, aus dem sozialen Miteinander zu kippen. Ein plötzlicher Schicksalsschlag, und die anerkannte, tägliche Flasche teuren Weins wird zum billigen Fusel. Teufelskreise gibt es überall, Süchte beherrschen nicht nur die vermeintlich selbstverschuldeten Außenseiter.
Das alles rast mir durch den Kopf, als das Orchester die Bühne betritt. Gitarren, Schlagzeug, Bass, Klavier, Percussion, Bläser, Gesang, und ein selbstgebauter Kistenbass. Als das aus 18 Musikern bestehende Orchester loslegt, fällt mir auf: Die sind ja richtig gut! Zwischen Rock, Blues, Funk und sogenannter Weltmusik entwickelt sich eine Dynamik, die mitreißt. Von den Musikern und Alessandro Palmitessa komponierte und von ihm auch arrangierte Stücke überzeugen durch ihr musikalisches Niveau. Und so sitze ich wippend auf meiner Bierbank, froh darüber, daß mir das letztlich Wesentliche an dieser Geschichte sehr gefällt: Die Musik. Diese professionelle Musik, die sich ohne mitleidiges Publikumsverständnisgrinsen hören lassen kann. Denn es ist ein Wechselspiel von Musik und Menschlichkeit. "Die Menschen sind die Sinfonie", sagt Alessandro Palmitessa, und das rockt.
Und an diesem Punkt komme ich zum ursprünglichen Grund dieses Artikels. Vielleicht rockt es nicht mehr lange! Denn das Menschensinfonieorchester, das sich nächstes Jahr zum 10-jährigen Bestehen selbst feiern könnte, steht am finanziellen Abgrund. Obwohl die Medien teilweise großes Interesse zeigten, das Magazin GEO über das Orchester ebenso berichtete wie ZDF und WDR, und bekannte Musiker wie Helmut Zerlett, Markus Stockhausen und Klaus der Geiger bei der ersten CD mitwirkten, ist die Zukunft mehr als ungewiß. Verwunderlich, so möchte ich  meinen. Denn dieses musikalische und menschlich-soziale Konzept ist einzigartig. Insofern könnte das Menschensinfonieorchester ein stolzes Aushängeschild unserer Stadt sein. Doch dafür braucht es Sponsoren. Es braucht namhafte Musiker, die eventuell aus der Südstadt stammen und, "back to the roots", regelmäßig mit geringem Zeitaufwand ihre Werbewirksamkeit in das Orchester schmeißen, dezent und im Sinne der Idee. Alessandro Palmitessa würde sich so etwas wünschen, denn der finanzielle Druck ist mittlerweile so groß, daß er als professioneller Musiker andere Engagements annehmen muß. Für das Orchester benötigt er jedoch seine ganze Kraft und Inspiration. In dieser Situation schlägt es einem bei der leidlichen Frage, wie man den Bus zum nächsten Auftrittsort bezahlen soll, dann gänzlich die Beine weg. Wie in jeder Beziehung, müßte der finanzielle Hintergrund einigermaßen gesichert sein, um im Vordergrund leidenschaftlich agieren zu können. Es braucht also Sponsoren und engagierte Einzelpersonen.

Vielleicht erscheint das bunte Klientel des Menschensinfonieorchesters manchen nicht werbewirksam genug. Wo mit anderen schicksalsgeprägten Menschen vom Werbeplakat gelächelt wird, scheinen die Musiker dieses Orchesters zu sehr Spiegel unserer eigenen Ängste, als daß man mit beruhigender Distanz Mitleid pflegen könnte. Doch dieses einzigartige Projekt braucht kein Mitleid, es braucht Geld. Und so endet mein Artikel höchst emotional. Denn dieses vor fast 10 Jahren von Alessandro Palmitessa und Hans Mörtter ins Leben gerufene Projekt hat mich überzeugt und bewegt. Eine Plattform, auf der sich die grenzüberschreitende Vielfalt des menschlichen Daseins begegnet, um das zu praktizieren, was Verständigung seit je am ehesten ermöglicht hat: Musik!

Solch ein Projekt muß gerettet werden.
 
LINK: http://www.meinesüdstadt.de/kultur/das-menschensinfonieorchester-ein-hilferuf


 
 
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- Gedanken malen Bilder (MP3, 6MB)
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Lass uns tanzen (MP3, 5,1MB)

-

Ich sitz am Rhein (MP3, 4,3MB)

   

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